Luftqualität: Was der Index aus Ozon, Feinstaub und NO₂ bedeutet
Der Luftqualitätsindex des Umweltbundesamts fasst Ozon, Stickstoffdioxid und Feinstaub (PM10) stundenaktuell zusammen. Es zählt immer der schlechteste Einzelwert, es wird nichts verrechnet. Die Klassen reichen von sehr gut bis sehr schlecht.
Wie der Index funktioniert
Der Luftqualitätsindex (LQI) des Umweltbundesamts bewertet drei Schadstoffe: Ozon und Stickstoffdioxid (NO₂) jeweils als Stundenwert, Feinstaub PM10 als gleitendes Tagesmittel (der über die letzten 24 Stunden laufende Durchschnitt, stündlich aktualisiert). Entscheidend ist eine einfache, ehrliche Regel: Der Gesamtindex entspricht immer dem schlechtesten Einzelschadstoff. Ein sehr guter Feinstaubwert kann einen schlechten Ozonwert also nicht ausgleichen.
Die Schwellenwerte
Ozon und NO₂ als Stundenmittel, PM10 als gleitendes Tagesmittel (Werte in µg/m³):
| Klasse | PM10 | NO₂ | Ozon |
|---|---|---|---|
| sehr gut | 0–20 | 0–20 | 0–60 |
| gut | bis 35 | bis 40 | bis 120 |
| mäßig | bis 50 | bis 100 | bis 180 |
| schlecht | bis 100 | bis 200 | bis 240 |
| sehr schlecht | über 100 | über 200 | über 240 |
Feinstaub PM2,5 ist im UBA-Index nicht enthalten. Der Tages-Check bezieht PM2,5 zusätzlich mit ein und orientiert sich dafür am Europäischen Luftqualitätsindex der Umweltagentur EEA (sehr gut bis 10, gut bis 20, mäßig bis 25, schlecht bis 50, darüber sehr schlecht, jeweils µg/m³ im Tagesmittel). So bleibt kein wichtiger Schadstoff unberücksichtigt.
Was die Klassen praktisch bedeuten
Bei sehr guter und guter Luft sind Aktivitäten im Freien uneingeschränkt möglich. Ab mäßig gilt: Wer empfindlich reagiert und ungewöhnliche Symptome bemerkt (Husten, Augenreizung, Kurzatmigkeit), reduziert anstrengende Tätigkeiten. Bei schlechter Luft sollten empfindliche Menschen (Asthma, Herz- oder Lungenvorerkrankung, Kinder, Ältere, Schwangere) Joggen und vergleichbare Belastung verkürzen oder vermeiden. Bei sehr schlechter Luft gilt das für alle.
Die Faustregel des Tages-Checks: Je schlechter die Luft, desto kürzer und weniger intensiv nach draußen, besonders bei allem, was tiefes Atmen erfordert.
Feinstaub ist der wichtigste Einzelfaktor
Feinstaub hat unter den Luftschadstoffen die größte gesundheitliche Bedeutung. Die feine Fraktion PM2,5 dringt bis in die Lungenbläschen vor; die noch kleineren ultrafeinen Partikel (unter 0,1 Mikrometer) gelangen von dort bis in den Blutkreislauf. Deshalb wirkt Feinstaub nicht nur auf die Atemwege, sondern auch auf Herz und Kreislauf. Erhöhte Werte treten in Deutschland vor allem im Winter auf (Inversionswetterlagen, Holzheizung, Silvester), Ozon dagegen ausschließlich in der warmen Jahreszeit.
Die Regeln im Einzelnen
- Ab welchem Ozonwert sollte man auf Sport im Freien verzichten? — Ab 180 µg/m³ (Informationsschwelle) sollten empfindliche Personen anstrengenden Sport im Freien vermeiden, besonders nachmittags. Ab 240 µg/m³ (Alarmschwelle) gilt die Empfehlung für alle. Morgens ist die Belastung am geringsten.
- Ab wann ist Feinstaub gesundheitlich relevant? — Nach dem UBA-Index gilt PM10 über 50 µg/m³ als schlecht, über 100 als sehr schlecht. Feinstaub ist der gesundheitlich bedeutendste Luftschadstoff, weil die feinen Partikel bis in die Lungenbläschen vordringen und die ultrafeinen von dort bis in den Blutkreislauf.