Ab welchem Ozonwert sollte man auf Sport im Freien verzichten?
Ab 180 µg/m³ (Informationsschwelle) sollten empfindliche Personen anstrengenden Sport im Freien vermeiden, besonders nachmittags. Ab 240 µg/m³ (Alarmschwelle) gilt die Empfehlung für alle. Morgens ist die Belastung am geringsten.
Warum Ozon ein Nachmittagsproblem ist
Bodennahes Ozon entsteht photochemisch: Sonnenlicht wandelt Vorläuferstoffe aus Verkehr und Industrie in Ozon um. Je mehr Sonne und Hitze, desto mehr Ozon — die Spitzenwerte fallen deshalb auf den Nachmittag heißer Sommertage. Über Nacht und am Vormittag sind die Werte am niedrigsten. Daraus folgt die einfachste wirksame Regel: Sport in die Morgenstunden legen.
Die beiden gesetzlichen Schwellen
| 1-Stunden-Mittelwert | Schwelle | Empfehlung |
|---|---|---|
| ab 180 µg/m³ | Informationsschwelle | Empfindliche Personen: keine ungewohnte oder starke Anstrengung im Freien, besonders nachmittags |
| ab 240 µg/m³ | Alarmschwelle | Empfehlung gilt für die gesamte Bevölkerung |
Etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung reagieren besonders empfindlich auf Ozon, unabhängig von Vorerkrankungen. Typische Symptome sind Tränenreiz, Husten und Kopfschmerz.
Warum Anstrengung den Unterschied macht
Die Reizwirkung auf Augen und Schleimhäute hängt vor allem von der Aufenthaltsdauer ab. Für die Lunge zählt aber die Atemtiefe: Bei körperlicher Anstrengung atmet man tiefer und schneller, dadurch dringt Ozon bis in die feinen Atemwege vor. Spazierengehen bei 190 µg/m³ ist deshalb unkritischer als Joggen beim selben Wert.
An heißen Tagen fällt die Ozonspitze mit der Hitzespitze zusammen, dann gilt zusätzlich die Kombinationsregel Hitze und Ozon.
So entscheidet der Tages-Check konkret
Der Tages-Check schaut auf den höchsten erwarteten Ozonwert für den Rest des Tages und stuft ihn nach dem UBA-Schema ein. Ab der Stufe „mäßig” (über 120 µg/m³) lautet die Empfehlung, anstrengenden Sport in den frühen Morgen zu legen, weil Ozon nachmittags seinen Höchststand erreicht. Erreicht Ozon die gesetzliche Alarmschwelle von 240 µg/m³, erscheint zusätzlich ein deutlich abgesetzter roter Warnhinweis über dem Tagessatz, nicht nur die Kachel. Und es gibt eine Kopplung: Fällt hohe Hitze (gefühlt ab 32 °C) mit Ozon über 180 µg/m³ zusammen, formuliert der Tages-Check die Empfehlung schärfer und fasst beide Belastungen in einem Hinweis zusammen, statt dich zweimal zu warnen. Eine editorische Entscheidung steckt schon in der Datengrundlage: Der offizielle UBA-Luftqualitätsindex enthält kein PM2,5, wir beziehen es über den Europäischen Index trotzdem mit ein, damit kein wichtiger Schadstoff unter den Tisch fällt.